Montag, 17. Januar 2011

Harte Zeiten für FDP-Chef Guido Westerwelle: Die Liberalen sind in Umfragen auf ihren schlechtesten Wert seit 15 Jahren abgesackt.



Guido Westerwelle hat jedoch neue Akzente gesetzt: Es gelang ihm, den viel beschworenen Amtsbonus, den der Außenminister eigentlich serienmäßig genießt, zu verspielen.
Bei aller Kritik an den Medien, die kleinkariert seine angebliche Englischschwäche ausschlachteten oder die Anwesenheit seines Lebensgefährten auf Dienstreisen über Gebühr skandalisierten, hat Westerwelle seine Unbeliebtheit selbst zu verantworten. Vor allem, weil er auf sämtliche Vorwürfe mit der Souveränität eines humorlosen Finanzbeamten reagiert.
Auch bei Beckmann, bei dem er der einzige Gast war, zog er dieses hölzerne Spiel durch, mit den immer gleichen Worthülsen zu antworten. Fragte der Moderator beispielsweise nach der gebotenen Selbstkritik, die seiner Dreikönigsrede gut gestanden hätte, erwiderte Westerwelle: „Alles zu seiner Zeit“, und legte phrasenbewusst nach: „Ein Jahresanfang ist der Anfang eines Jahres, da schaut man nach vorn und nicht zurück.“
Oder zum Thema parteininterne Kritik: Beckmann konfrontierte den FDP-Vorsitzenden mit den Aussagen von Wolfgang Kubicki, dem ewigen Querulanten aus Kiel, dessen Vergleich, die FDP erinnere ihn an die „Spätphase der DDR“ mittlerweile ähnlich berüchtigt ist wie Westerwelles Fauxpas mit der „spätrömischen Dekadenz“.

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